Steuerung

TELESKOP 4.69
Es gibt eine Teleskopsteuerung, die sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Sie heißt schlicht und einfach TELESKOP. Dieses Programm kommt ursprünglich aus der Atari-Welt (ab 1987) und wurde in den letzten Jahren vom Entwickler Hans-Jürgen Goldan auf den PC portiert.

TELESKOP startet unter Windows als Konsolenanwendung und präsentiert dort eine Benutzeroberfläche mit Statusinformationen zum momentanen Objekt (u.a. Typ, Position) und einem Menü zum
Steuern des Programms (Objektauswahl, Positionieren, Parkposition, Auslösen einer Kamera, Nachtmodus etc.). Die Anwahl der Menüpunkte erfolgt über Tastatur oder über Handsteuerung (s. weiter unten). Alle Befehle können alternativ auch über die Kommandozeile des Programms eingegeben werden. Hinterlegt sind alle Planeten, Messier-, NGC- und IC-Objekte.

Abb. 1:  Die Benutzeroberfläche von TELESKOP 

Kometen und Asteroiden werden in TELESKOP eingebunden, indem Textdateien mit Bahnelementen und Äquinoktium in ein Unterverzeichnis abgelegt werden. Mit einen zusätzlichen Modul können diese aus den üblichen Datenbanken abgeleitet werden. Das Programm TELESKOP wird mit dem Programm Sky ausgeliefert, welches den aktuellen Sternenhimmel mit Sternbildern, Messier-Objekten und Milchstraße in einem separaten Fenster darstellt und eine Positionierung zu einem Objekt ermöglicht. TELESKOP besitzt einige Merkmale, die hervorhebenswert sind:

  • Über die Einstellung eines irdischen Objekts im Fernrohr, z.B. einen Kirchturm, können über dessen Azimut und Höhe das Teleskop initialisiert und damit Objekte am Taghimmel wie Sterne oder Planeten angefahren werden. Ein besonderer Reiz ergibt sich, wenn man bedenkt, dass einige der besten historischen Merkurzeichnungen am Tage bei großer Höhe und unter Ausnutzung des tageszeitlichen Seeing-Fensters entstanden!

Abb. 2:  Gesamtdarstellung des Nachthimmels mit dem Zusatzprogramm Sky 
  • Das Programm kann über ein Gamepad bedient werden. So werden die Vorteile einer Darstellung am Monitor und einer Handsteuerung verknüpft. Anstatt direkt vorm Rechner sitzen und im Dunkeln Maus oder Tastatur benutzen zu müssen, lässt sich das Programm bedienen, während man sich frei am Beobachtungsplatz bewegt.
  • Es können zudem mehrere Aktionen zu so genannten Jobs zusammengefasst werden. Damit lassen sich mehrere Objekte hintereinander anfahren sowie über ein Zusatzprogramm (Click.exe) Fotografen mit einer DSLR-Kamera auslösen. Diese Jobs können auch zeitgesteuert ausgeführt werden.
  • Berechnung des Aufstellungsfehlers: Durch Anfahren von max. 12 Initialisierungssternen werden alle Aufstellungsfehler und Geometriefehler berechnet.

TELESKOP bietet die Ansteuerung sämtlicher Montierungen mit LX200-Protokoll. Das Programm ist kostenfrei und kann unter www.goldan.org/juergen/teleskop.html heruntergeladen werden. Dort finden sich einige weiterführende Infos zum Programm.

Autor: Helmut Jahns