Allgemein

Fangspiegelschutz für Gitterrohr-Dobson-Teleskope
Um ein Gitterrohr-Dobson-Teleskop zu einem entfernten Beobachtungsort zu transportieren oder über einen längeren Zeitraum zu lagern, ist es wichtig, dass alle optischen Komponenten (Hauptspiegel, Fangspiegel sowie Okulare) gut geschützt sind.

Kauft man ein solches Teleskop, sind die erforderlichen Schutzabdeckungen meist bereits im Lieferumfang enthalten. Jedoch trifft das nicht immer für den Fangspiegel zu – ein lästiges Problem, das sich schnell lösen lässt …
Welchen Schutz soll eine Abdeckung bieten?
Diese soll vor Verschmutzung der Optik und mechanischen Belastungen (durch den Transport, Aufbau etc.) schützen.


Auf ans Basteln

Kosten ca. 2 €; Zeitaufwand ca. 1 Std.
Man benötigt:

  • eine verschraubbare Kunststoffdose (für kleine Fangspiegel wird man inder Gewürz-, Kakao- oder Getränkeabteilung fündig; große Fangspiegelkann man gut mit leeren Muskelprotein-Dosen schützen; Tipp: optimalsind transparente Gefäße)
  • ein Lineal
  • einen Stift, der auf Kunststoff schreibt
  • eine Allzwecksäge, ausgestattet miteinem feinzahnigen Sägeband (dieBreite soll mindestens jener der Fangspiegelstreben entsprechen)
  • feinkörniges Schleifpapier
  • Klebeband (optional)

Am oberen Rand der Dose werden die vier Sägepositionen angezeichnet. Wie tief diese eingeschnitten werden sollen, hängt von der Höhe der Fangspiegelstreben ab. Diese Höhe mit einem Lineal abmessen. Den Schraubverschluss auf die Dose aufschrauben und von dessen unterer Kante die vorhin gemessene Länge zuzüglich ca. 1 mm anzeichnen. Für saubere, gerade Schlitze sollten die Sägebereiche komplett vorgezeichnet werden, dann wird gesägt. Die Sägestellen können ausgefranst und gratig sein. Darum empfehlt es sich, diese mit einem Schleifpapier nachzubehandeln. Man kann die scharfkantigen Stellen auch mit einem Isolier- oder TIXOBand abkleben, damit die Beschichtung der Fangspiegelstreben nicht beschädigt werden kann.

Gebrauch
Für den Schutz des Fangspiegels die Dose öffnen, mit der offenen Seite nach außen den Fangspiegel abdecken (der Dosenboden bedeckt den Spiegel) und nach Einführung der Streben in die Schlitze der Dose diese mit dem Deckel verschrauben.

Autor: Bernhard Suntinger

Dieser Artikel ist im VdS-Journal für Astronomie Nr. 59, IV/2016 erschienen.


Abb. 1: Sägeschnitte in der Dose mit Abklebung

Abb. 2: Aufsetzen des Fangspiegelschutzes

Abb. 3: Fertiger Schutz am Teleskop

Modifizierungen des Astrostuhls von Berlebach
Der Astrostuhl von Berlebach ist vielen sicherlich bekannt.
Bei den älteren Modellen war die Klemmung des Sitzes etwas zu schwach. Hier wird gezeigt, wie man das optimieren kann.
Ein weiterer Beitrag zeigt, wie Lagerung und Transport des Stuhls verbessert werden können.

Viele kennen sicher den Astrostuhl von Berlebach.
Das ist eine feine Sache aber die älteren Modelle leiden darunter, dass sich die Sitzfläche gerne selbständig mit einem leisen rattern nach unten bewegt. Das Problem ist seit einiger Zeit bei den neueren Modellen behoben aber dafür sind die deutlich teurer geworden.
Ich habe noch ein älteres Schätzchen und habe das Problem wie folgt behoben.

Zuerst habe ich an jeder Seite ein Holzbrettchen in den Spalt geschoben, um das beachtliche seitliche Spiel von ca. 10 mm auszugleichen. [Abb. 2 und 3] Das von Berlebach angebrachte Federelement kann das seitliche Spiel nicht ausreichend kompensieren. Das Brettchen auf der linken Stuhlseite mit dem Federelement, ist deshalb am unteren Ende keilförmig angeschrägt, um möglichst weit in die Feder hinein geschoben werden zu können [Abb. 4]. Es ist nicht weiter befestigt, aber man könnte es, wenn man möchte, noch mit einem kleinen Schnipsel doppelseitigen Klebeband gegen herausfallen sichern.

Abb. 1: Der modifizierte Astrostuhl von Berlebach.
 
Abb. 2: Brettchen an der rechten Stuhlseite lose im Federelement.

Das Brettchen an der gegenüber liegenden Seite ist mit einem kleinen Nagel fixiert, [Abb. 5] so dass es nicht herausfallen kann. Die Feder braucht so nur noch ca. 1 mm Spiel ausgleichen und ist durch das angeschrägte Brettchen auch steifer geworden. Die Sitzfläche kann sich jetzt nicht mehr so stark seitlich verkannten.
Dann habe ich einen Gummistreifen aus einem alten Fahrradmantel ausgeschnitten und das Profil mit einer Schleifscheibe ab radiert, so dass es noch zwischen den seitlichen Rückenstreben des Stuhls und dem Sitz passt. Anschließend habe ich es mit der ehemaligen Profilseite nach außen und einer Schraube oben wie unten gleichermaßen befestigt. [Abb. 3 und Abb. 6]. Dabei ist wichtig, dass die Gewebeeinlage im Mantelstück beim abschleifen möglichst nicht verletzt wird, denn das Ganze wird erheblich beansprucht (gequetscht und gezogen). Ein reines Gummiband ohne Gewebeeinlage funktioniert nicht zufriedenstellend und geht schnell kaputt. Auf diese Weise wird die Selbsthemmung der Sitzfläche deutlich verbessert und sie rutscht nicht mehr selbstständig nach unten.

Abb. 3: Brettchen an der linken Stuhlseite fixiert.
 
Abb. 4: In das Federelement eingeschobenes Brettchen.
Abb. 5: Mit Nagel fixiertes Brettchen an der linken Stuhlseite.
 
Abb. 6: Mit Schrauben befestigter Gummiestreifen.

Viel Spass beim Basteln. – Und Vorsicht mit den Fingern beim abschleifen des Profils vom Fahrradmantel.

Autor: Christoph Jelsen

Beim Transport des Berlebach-Stuhls ist es lästig, dass der Sitz und das Gestell keine kompakte Einheit bilden. Die Bilder zeigen, wie das geändert werden kann. Es wurden mit einfachen Alu-Winkeln Halterungen an das Gestell angeschraubt, um der Sitz senkrecht mit dem Gestell zu verbinden. Das ist nicht nur für den Transport günstig, auch die Lagerung ist viel einfacher. Die Alu-Winkel gibt es als Stangenmaterial im Baumarkt. Das Winkelprofil am Sitz hat die Abmessungen 20 x 20 x 100 mm. Am Gestell ist ein 40 x 10 x 100 mm Alu-Profil verschraubt . Der kürzere Schenkel musste abgesägt werden, weil es das Profil so nicht gibt. [Abb. 3] 
Abb. 1. Der "zusammengelegte" Stuhl steht gemeinsam mit meinen Dobson unter der Schutzhaube auf einem Rollwagen.
Abb. 2: Dieses Bild zeigt, wie die Alu-Winkel ineinander greifen, um den Sitz zu halten.
 
Abb. 3: Die beiden Winkelprofile im Detail am Sitz und am Gestell.

Autor: Hubert Hermelingmeier

Astronomie und Mobilität
Viele Sternfreundinnen und Sternfreunde kennen das Problem, dass ein Beobachten der Sterne von zu Hause aus nicht möglich ist. Sei es, dass man keinen Garten oder einen geeigneten Balkon besitzt, oder man verfügt über einen kleinen Garten oder Balkon, dann versperren Bebauung und/oder Vegetation die Sicht auf einen Großteil des Himmels.

Oder, die Sicht ist perfekt, doch der Nachbar erweist sich als Beleuchtungsfetischist und sein Garten ist heller beleuchtet als manche Innenstadt. Gerade um die Weihnachtszeit beleuchten manche Mitbürger exzessiv Haus und Garten, so dass man den Himmel nur noch erahnen kann. Da hilft nur noch die Flucht in die Natur.

Abb. 1: Holzkasten

Der Aufbau erfolgt meist noch in der Dämmerung unter der Nutzung des restlichen Tageslichts. Dann wartet man auf die Sterne und hat später einen langwierigen Abbau des Teleskops in der Dunkelheit oder bei spärlichem Licht vor sich.

Die Gründe für den Bau meiner mobilen Sternwarte lagen anders. Als Buchautor stellte ich bei Lesungen in Buchgeschäften oder Ausstellungen immer wieder fest, dass die Gäste häufig den Wunsch hatten, die besprochenen Objekte mit eigenen Augen durch ein Teleskop zu sehen. So nahm ich dann mein kleines Newton Spiegelteleskop (Öffnung: 100 mm Durchmesser) zu meinen Lesungen mit. Doch der Auf- und Abbau brauchten Zeit, die nicht jeder Gast zu warten bereit war. Besonders nach dem Abbau war kaum noch jemand da, um den man sich noch kümmern konnte. Gerade das kalte Wetter im Winter schreckte viele zurück. Obwohl warme Kleidung empfohlen wurde …

Abb. 2: Auszug

Ich suchte nach einer schnellen Lösung. Das Teleskop musste mit dem Auto verbunden sein. Ich wollte es wie eine Schublade aus dem Wagen ziehen und wieder darin verstauen. Eine Holzkonstruktion aus einem von drei Seiten umschlossenen Holzkasten und einem Holzkreuz erwies sich schon beim Zusammenbau als zu wackelig. Deshalb gab ich einer schweren Stahlkonstruktion den Vorzug. Unter Beibehaltung des Holzkastens schweißte ich aus U-Profilstahl von 65 mm Breite, 45 mm Höhe, 5 mm Steg ein Kreuz, welches das Teleskop trägt, dazu einen Auszug aus und Flachstahl. Die Konstruktion hier nun im Einzelnen:

 Abb. 3:  Kreuz mit Bohrungen 

Der Holzkasten Er dient lediglich als Aufbewahrungsort im Auto während des Transports (Abb. 1) und besteht aus drei alten Regalbrettern aus Sperrholz und fünf Kanthölzern. Vier Kanthölzer bilden eine Führung für den Auszug, das fünfte dient der Stabilität als Verbindungsstrebe am vorderen Ende. An der Rückwand ist ein Rollladengurt angebracht. Er ist längenbegrenzt und dient als Sicherheitsgurt dazu, dass im Dunklen der Auszug nicht zu weit aus dem Kasten gezogen wird. Ferner befindet sich an der Rückwand ein kleiner Kasten mit einem Loch an der Unterseite.

Abb. 4:  Kreuz von oben, Aufnahme der Utensilien 

In ihm wird der Akku aufbewahrt und vor Beschädigung geschützt. Das Loch an der Unterseite dient dazu, den Akku zur Entnahme hochzudrücken, um ihn dann von oben besser greifen zu können. Das Loch in der Rückwand diente einmal einer automatischen Kabelaufwicklung für die Stromversorgung des Teleskops, die ich aus einem alten Staubsauger entnommen habe. Ich wollte damit vermeiden, dass das Kabel beim Zurückschieben des Auszugs ins Auto zwischen die Eisenschienen gerät und beschädigt wird. Allerdings war die Zugbelastung auf das Kabel und den Anschluss zu groß, so dass ich sie wieder entfernte. Zwei auf die beiden unteren Kanthölzer angebrachte Winkelstähle dienen zur Reibungsminderung auf dem Holz.

Abb. 5:  Kreuz von unten mit den Stativbeinen 

Der Auszug Mit dem Auszug lässt sich das Teleskop weiter vom Fahrzeug wegziehen, so dass man auch über dem Auto Sterne beobachten kann (Abb. 2). Ohne diesen Auszug ist eine Beobachtung in dieser Richtung nicht möglich. Die beiden auf der oberen Sprosse aufgeschweißten Stahlstücke dienen als Mitnehmer, wenn das Teleskop wieder in den Wagen geschoben wird. Die beiden 65er-U-Stähle links und rechts dienen als Führung für das Kreuz. Das Kreuz Auf das Kreuz (Abb. 3), ebenfalls bestehend aus 65er-U-Proflstahl, wird das Teleskop montiert. Auf dieses Kreuz können von den Bohrungen her ein ETX 70, ein ETX 90, ein ETX 125 und ein LX 90 montiert werden. Das U-Profil des Kreuzes zeigt zum Boden. Lediglich einer der vier Kreuzarme ist nach oben geöffnet (Abb. 4). Er wurde mit Samt ausgekleidet und dient zur Aufnahme der Handbox, Okulare und anderer Utensilien. In der hohlen U-Unterseite werden die Stativbeine untergebracht, eins davon verschwindet komplett (Abb. 5). Mit diesem Konstrukt bin ich in der Lage, an jedem mit dem Auto erreichbaren Ort Teleskopbeobachtungen durchzuführen.

Abb. 6:  Durch die Bauart des Teleskops bedingte Platzersparnis nach oben 

Der einzige Nachteil besteht darin, dass man sich zu dem Teleskop durch seine Bauart bedingt hinabbeugen muss (Abb. 6) … Doch bei jedem Einsatz bin ich von dieser Konstruktion immer wieder aufs Neue begeistert.

Autor: Ralf Kratzke

Quellenhinweis:
[1] Homepage des Autors: www.sternenmännchen.de

Celestron 8 Optimierungen
Was wollte ich alles verändern?

  • die Kollimation wesentlich erleichtern
  • Streulicht möglichst stark unterdrücken
  • die Auskühlzeit minimieren
  • das Tubusseeing verbessern
  • das Gerät handlicher gestalten
  • bis auf die Löcher in der Hauptspiegelfassung und im Tubus alles wieder demontierbar ausführen

Dazu sah ich folgende Lösungsmöglichkeiten:

  • Bobs Knobs anbringen
  • Handgriff oben für Tubushandling beim Auf- und Abbau des Gerätes
  • Handgriff unten für Nachführung/Bewegung des Tubus an der Montierung
  • 2 Lüfter zur Belüftung, mit Edelstahlgaze, regelbar
  • Tubus im Bereich der Schmidtplatte mit Luftaustrittslöchern versehen
  • kurzes Blendrohr der Schmidtplatte innen und außen sowie die Kante der Schmidtplatte schwärzen
  • Haupt-Blendrohr innen mit Velour auslegen
  • Haupt-Blendrohr außen/oben mit Velour verkleiden
  • Tubus mit Innentubus und Velour auslegen

Und dann ging es los!

Zunächst wurden der Sekundärspiegel, die Schmidtplatte und der Hauptspiegel ausgebaut und dann möglichst staubdicht im Küchenschrank verstaut ( Abb.1). Natürlich wurden der Sitz der Schmidtplatte bzw. die Einbaulage genau markiert. Bei meinem C8 war nur 1 Korkplättchen eingebaut!


Abb. 1

Dann erfolgte die komplette Demontage der Tubuskomponenten. Die Löcher für die beiden Lüfter in der Hauptspiegelzelle habe ich mittels Lochkreissäge auf einer Ständerbohrmaschine eingebracht. Zuerst wollte ich fräsen, aber durch das lange Blendrohr, was ich nicht demontieren wollte, war mir das Aufspannen auf der Fräsmaschine zu aufwendig. Zu zweit waren die Löcher schnell gebohrt. Die Hauptspiegelzelle habe ich zum Schutz mit schwarzem Klebeband abgeklebt.

Leider ist die Spiegelzelle bei Celestron nur mit lappiger Farbe gestrichen worden. Beim späteren Abziehen der Klebestreifen löste sich an einigen Punkten die Farbe mit ab! Enttäuschend schlechte Verarbeitung.

Hier sieht man die beiden Löcher für die Lüfter, zwei Löcher für Potentiometer und Cinchbuchse sowie die Aufnahme für den Fokussiertrieb (Abb. 2)


Abb. 2

Dann kamen die Löcher zum Luftaustritt dran. Insgesamt habe ich 20 Löcher mit je 4 mm Durchmesser gebohrt. Hier sieht man auch, wie stark die Originalfarbe im Tubus reflektiert! (Abb. 3)

 
Abb.3

Für das Auskleiden des  Haupttubus habe ich einen Innentubus aus feiner Pappe gebastelt und in den dann das Velour eingeklebt. Der Papptubus paßt exakt und wird nach dem Zusammenbau durch die 4 Schrauben, welche die Hauptspiegelzelle mit dem Tubus verbinden, gehalten.

Analog habe ich Auskleidung des Blendrohres geplant und auch das Teil, was nach Einbau des Spiegels außen auf  das vordere Blendrohr geschoben wird.

Für das kurze Blendrohr an der Schmidtplatte habe ich allerdings Farbe genommen, da das Teil konisch ist und sich der Papptubus nicht so einfach herstellen ließ.

Übrigens: Ich habe neben Schultafelfarbe auch schwarze Abtönfarbe vorher getestet. Und diese Abtönfarbe stumpfmatt hat mich mehr überzeugt. Für meine Begriffe hat sie auch eine bessere Haftung. Aber das ist sicher Ansichtssache.

Hier sieht man den halb eingeschobenen Innentubus sowie die beiden kleinen, mit Velour beklebten Röhrchen für das Blendrohr. Allerdings werden die Velourteile erst ganz zum Schluß eingebaut. Sie müssen außerdem noch vor dem Einbau mehrfach mit einer Fusselrolle bearbeitet werden! (Abb. 4)


Abb. 4

Die beiden Lüfter sind von Conrad-Electronic und haben 40 mm Duchmesser. Sie laufen mit 12 Volt. Die Lüfter blasen also die Luft in den Tubus hinein. Um  den Staub und anderen Dreck fernzuhalten habe ich beide Löcher mit einer feinen Gaze aus Edelstahl versehen. Beide Lüfter habe ich zusammengeschaltet. Die Drehzahl läßt sich über ein Potentiometer, 100 Ohm, linear recht schön variieren.

Die Kabel habe ich bewußt länger gelassen, um die Lüfter bei Bedarf mal abschrauben zu können und die Gaze zu reinigen!


Abb. 5

Und so sieht die Hauptspiegelzelle  von außen/hinten aus (Abb. 6).


Abb. 6

Nun kam die Isolierung an die Reihe. Die Heizkörpertapete gibt es im Baumarkt. Aber da die Aluminiumfolie mir rein optisch nicht gefällt und außerdem nur auf einer Seite aufgebracht ist, habe ich mir was anderes übelegt. Ich habe mir noch eine goldfarbene Rettungsdecke gekauft und die Isolierteile zusätzlich umwickelt. Die Rettungssdecke hat ja den gleichen Effekt wie  das Aluminium und außerdem gibt das noch einen zusätzlichen Schutz für die Heizkörpertapete.

Die Isolierung wollte ich mit doppelseitigem Klebeband befestigen, aber den Tubus nicht zu sehr versauen. Also kam wieder der Trick mit dem Schutzrohr diesmal außen zum Einsatz, sodaß ich die gesamte Isolierung wieder abmachen kann, ohne  den Tubus zu beschädigen. Die Naht habe ich unter die Prismenleiste gelegt, so dass alles recht ordentlich aussieht. Durch die Prismenleiste gibt es auch noch einen zusätzlichen Halt für die Isolierung.

Also hier werden die Isolierteile vorbereitet (Abb. 7).


Abb. 7

Und so mit Rettungsdecke umwickelt (Abb. 8).


Abb. 8

Das geht mit doppelseitigem Klebeband recht gut (Abb. 9).


Abb. 9

Der Tubus mit dem Schutz außen, doppeltem Klebeband und der Isolierung kurz vor dem Zusammenbau (Abb. 10). Man muß beim Aufkleben recht genau arbeiten, da das Klebeband sehr gut klebt und Korrekturen nach dem Ankleben fast nicht möglich sind!


Abb. 10

Jetzt ist es fast geschafft!

Nur noch die Halterung der Schmidtplatte mit Isolierfolie bekleben. Auf dem Bild (Abb. 11) sieht man gut die beiden Griffe, die das Handling wesentlich erleichtern. Die standardmäßige Prismenleiste habe ich ersetzt durch die Baader-Universalleiste. Einmal unten und einmal oben. Oben deshalb, um für den Handgriff eine gute Basis zu haben. Die Sucherhalterung muß auch noch angebaut werden.


Abb. 11

Jetzt ist die Isolierung fertig. Der Velours-Innentubus ist nach gründlicher Reinigung mit der Fusselrolle eingebaut. Man sieht auch die Markierungen auf der Schmidtplattenhalterung, um die Schmidtplatte wieder richtig einbauen zu können (Abb. 12).

Vergleicht man das Bild (Abb. 3) vom Tubus weiter oben sieht man, dass die Reflektionen spürbar weniger sind.


Abb. 12

Hier mal ein ein Bild vom Entfusseln mit Fusselroller.


Abb. 13

Erstaunlich, wie viel selbst nach wiederholtem Abrollern des Velour noch haften bleibt!


Abb. 14

Jetzt ging es an den Zusammenbau. Aber, nochmal alles ordentlich abrollern!


Abb.15

Nun kam der Hauptspiegel dran (Abb. 16). Den Teil des Blendrohres, auf welchem er sich bewegt, habe ich vorher nochmals hauchdünn mit Lithelenfett (eine Art Vakuumfett, welches äußerst beständig ist und welches mir schon oft gute Dienste leistete) eingerieben.


Abb. 16

Anschließend  wurde der Sicherungsring des Hauptspiegels und dann der Velourstubus für das Blendrohr außen, vorn, eingesetzt.

Hier ist der kleine Velourstubus gut sichtbar (Abb. 17).


Abb. 17

Übrigens, das Velours sieht auf den Bildern recht grau aus. Das kommt vermutlich durch den Blitz. Wenn man so ins Rohr sieht, ist im Prinzip überhaupt nicht mehr zu erkennen! Selbst nicht, wenn die Zimmerbeleuchtung an ist!

So, jetzt die Schmidtplatte. Hier ist erkennbar, daß ich das kleine Blendrohr ebenfalls geschwärzt habe (Abb. 18).  (Abtönfarbe, siehe oben!)


Abb. 18

Die Schmidtplatte sitzt, der Haltering wird eingesetzt.


Abb. 19

Und nun noch den Fangspiegel einsetzen. Da das C8 die Fastar-Option hat , ließ sich der Spiegel ganz einfach aus- und einbauen.


Abb. 20

Eine gute Sache sind die hier sichtbaren BobsKnobs (Abb. 21). Die habe ich bei Bob direkt in den USA bestellt, per PayPal mit Kreditkarte bezahlt und schon nach 4 Tagen hatte ich sie. Kosten für C8 16 Dollar inklusive Versand. Das Kollimieren mit den Knöpfen ist eine Freude, da man tatsächlich mit den Fingern und ganz leicht den Fangspiegel verstellen kann und die Gefahr, die von Kreuzschraubendreher ausgeht, für immer gebannt ist.

Übrigens, der Fangspiegel ist auf eine relativ dünne (ca. 5 mm) dicke Alu-Platte aufgeklebt.  Wenn man also noch die Kreuzschrauben hat und viel Kraft beim Kollimieren aufwendet, könnte ich mir vorstellen, daß diese Alu-Platte verbogen werden könnte und Beschädigungen des Fangspiegels möglich wären. Also Vorsicht! Oder BobsKnobs.


Abb. 21

Dann wurde noch der kleine Velours-Innentubus für das Blendrohr eingeschoben. Die unten sichtbare helle Fläche hat kein Velours drauf, da dorthinein der AllanGee II kommt und diesen Innentubus sanft festklemmt.


Abb. 22

Hier mal der Vergleich beim Blick durch das Blendrohr ohne und mit Velour. Allerdings ist die Schmidtplatte bei diesen Bildern noch nicht drin gewesen!

Ohne Velour….


Abb. 23

…mit Velours sieht es dann so aus. Der helle Ring ist das oben genannte Stück Innentubus ohne Velour!


Abb. 24

Zu guter letzt noch den Allan Gee II eingesetzt, Wechseleinrichtung mit T2-Amiciprisma dran und  dann…..


Abb. 25

…ist endlich alles fertig.


Abb. 26

Das alles kommt dann auf dem Balkon auf ein teleskopierbares Stahlstativ, mit SkyCommander, Akku und so weiter. Und wer fragt, wo die Taukappe ist? Die kommt auch noch dran, und zwar so, dass ich sie an den beiden Prismenleisten befestigen werde.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte……….

Autor: Wolfgang Höhle

Eine Schutzhülle für die GP-DX

Ich habe hier mal kurz zusammengestellt, wie ich mir dabei geholfen habe.

Als Material kommt eine grüne Bauplane aus dem Baumarkt zum Einsatz. Zum Verkleben der einzelnen Teile habe ich ca. 50mm breites, extrastarkes, aber sehr dünnes Tesaklebeband genommen, welches es auch im Baumarkt gibt. Das Zeug klebt absolut fest und dauerhaft auf dem Planenmaterial und hält die Nähte auch wasserdicht. Für die Lüftunglöcher gibt es im Baumarkt Einschlagösen. Funktioniert ebenso prima.

Zunächst habe ich mir eine Schablone geschnitten und die beiden Seitenteile jeweils doppelt (zur Verstärkung) ausgeschnitten und mit dem Tesa zusammengeklebt.

Hier sieht man ein Seitenteil…

Dann kamen im oberen Bereich an jedem Seitenteil je drei Lüftungslöcher rein. Sie wurden mittels der Einschlagösen stabilisiert…

Nun die Abdeckungen für die Lüftungslöcher geschnitten. Ebenfalls doppellagig und erstmal mit Klebeband zusammengeklebt…

Und die Abdeckungen werden so aufgeklebt, daß immer Luft zirkulieren kann. Sie dürfen nicht flach am Seitenteil anliegen. Dafür eignet sich das Klebeband ebenfalls hervorragend. Einfach die Abdeckung in die gewünschte Form bringen und dann mittels des Tesabandes festkleben…

Jetzt die Teile zusammenkleben. Das geschieht sowohl zur Stabislisierung als auch für die Dichtheit mit Klebeband von außen und innen. Fertig sieht das dann so aus…

Vorher zum Vergleich die Monti ohne Verkleidung auf der Säule. Manch einer wird meine teleskopierbare Säule wiedererkennen…

Und hier noch zwei weitere Bilder. Man sieht die Befestigung mittels Spanngummi, damit die Hülle nicht wegfliegt. Den gibt es auch im Baumarkt. Die Löcher dafür habe ich mit den Einschlagösen verstärkt…

   

Ergebnis: an dem Tag, als ich diese Fotos machte, hat es des nachts unheimlich gewittert und geregnet. Es war der unerwartete Härtetest. Aber, dicht ist alles geblieben.

Autor: Wolfgang Höhle

allsky

Bau einer All-Sky-Kamera zur Meteorbeobachtung
Die Beobachtung der Geminiden 2006 war meine erste systematische Meteorbeobachtung. Die Fotos realisierten wir mit klassischer Fototechnik, nämlich mit einer Batterie von insgesamt 13 Kleinbildkameras. Doch der hellste Bolide, den wir sahen, lag außerhalb des Gesichtsfeldes unserer Kameras. Daher reifte schon bald in mir der Plan zum Bau einer All-Sky-Kamera für meine Canon EOS 20Da.

Prinzipiell gibt es für eine All-Sky-Kamera zwei Möglichkeiten:

  1. man verwendet ein Fischaugenobjektiv mit einem Bildwinkel von 180°
  2. man verwendet eine verkleinernde Zwischenoptik und nimmt das entstehende Zwischenbild mit einem normalen Objektiv auf.

Für die zweite Möglichkeit kann man einen asphärischen Weitwinkelvorsatz nehmen oder konvexen sphärischen Spiegel. Der Nachteil beim Spiegel ist, dass hierbei auch die Kamera mit dem Stativ mit abgebildet wird. Dennoch entschied ich mich dafür, da dies die mit Abstand billigste Lösung ist. So begann ich mit der Suche nach einem entsprechenden Spiegel.Professionelle All-Sky-Kameras, wie etwa die auf dem Wendelsteinobservatorium, werden mit einer verspiegelten Konvexlinse gebaut. Doch das war mir zu teuer. Außerdem erscheint hierbei das störende Abbild der Kamera recht groß, da der Durchmesser der Linse meist nur um die 20 cm beträgt und die Kamera demzufolge nah an den Spiegel rücken muss. In meinem Lebensmittelgeschäft sah ich die Lösung:

Natürlich ist ein solcher Kunststoffspiegel nicht annähernd so präzise wie ein Glasspiegel, doch will ich meine Bilder ja nicht ausmessen. Im Internet fand ich mehrere Anbieter für solche Überwachungsspiegel. Am preisgünstigsten war die Firma Becker & Partner. So bestellte ich einen Spiegel im Durchmesser von 60 cm. Damit ging es an die Dimensionierung:

Durch meine Kamera waren einige Parameter vorgegeben: Die maximale Brennweite meines Zoomobjektivs beträgt 50 mm, die Bildfeldhöhe des EOS-Sensors 15 mm. Vereinfacht kann man annehmen, dass sich die Kamera in unendlicher Höhe über dem Spiegel befände: dann fiele das Licht vom Horizont waagerecht auf den Spiegel und würde bei einem Winkel von 45° senkrecht nach oben in das Kameraobjektiv gespiegelt. Dabei wäre der Durchmesser des Bildkreises gleich dem Durchmesser des Spiegels dividiert durch Wurzel 2. Bei einem Spiegeldurchmesser dS von 60 cm ergibt sich so dB zu 43 cm. In Wirklichkeit ist die Kamera natürlich näher am Spiegel und das Bild oberhalb des Horizonts ist entsprechend kleiner. Doch diese Betrachtung schafft eine zusätzliche Sicherheit, dass das runde Bild auch sicher mit dem rechteckigen Sensor erfasst wird. Der Bildkreis muss mit der gegebenen Brennweite f = 50 mm von einem bestimmten Abstand a aus aufgenommen werden, damit die Bildgröße gerade 15 mm beträgt, um den Sensor der EOS in der Bildhöhe gerade auszufüllen. Mit etwas Sicherheit lässt sich der Aufnahmeabstand so zu a = 153 cm berechnen.

Die Kamerahöhe über dem Boden hK ergibt sich aus dem Aufnahmeabstand a plus dB/2 zu rund 175 cm.

Das Stativ, bestehend aus den drei Beinen und dem Kopf mit der Kamerabefestigung, sollte aus Fichtenholz gebaut werden. Es wurde so dimensioniert, dass die Kamera um einen gewissen Betrag q = 25 cm nach unten abgehängt ist, damit sie noch gut handhabbar bleibt. Damit ergab sich die Gesamthöhe des Stativs hGes = hK + q von 190 cm. Aus den verwendeten Metallwinkeln ergab sich eine Winkelung der Stativbeine von 24° gegenüber der Mittelachse. Damit ergibt sich die Länge der Beine über den Cosinus zu 208 cm.

Teil II: Optische Parameter

  • Die ALSK liefert ein rundes Bild 180° x 360°
  • Die Abbildung erfolgt zweistufig: über das Objektiv mit f1 = 50 mm und einen Konvexspiegel mit f2 = -150 mm, der sich in einem Abstand von a = 1530 mm vor dem  Objektiv befindet
  • Die effektive Gesamtbrennweite errechnet sich zu fg = (f1 * f2) / (f1 + f2 – a) = 4,6 mm
  • Die Eintrittspupille des Gesamtsystems ergibt sich aus die Abbildung der Eintrittspupille des Objektivs durch den Kugelspiegel
  • Bei einer Blendeneinstellung von F 2.8 am Objektiv beträgt die Eintrittspupille des Objektivs DEp1 = f1 / 2.8 = 17,9 mm
  • Mit f2 = -150 mm und a = 1530 mm ergibt sich der Durchmesser der Gesamteintrittspupille: DEpg = DEp1 * f2 / a = 1,75 mm
  • Die effektive Gesamtblende bleibt unverändert bei F 2.8
  • Da Meteore aber als punktförmige Lichtquellen angesehen werden müssen, ist für ihre Aufnahme nicht die Blendenzahl F, sondern Durchmesser der Eintrittspupille DEpg maßgebend. Dieser ist gegenüber dem Objektiv um den Faktor 10 geringer. Das bedeutet einen Verlust an Empfindlichkeit der ALSK gegenüber der ohne Kugelspiegel verwendeten Kamera um den Faktor 100 oder 5 Mag.

Teil III: Bau

Der Bau der ALSK erfolgte im Sommer 2007. Beine und Kopf bestehen aus Kiefernholzleisten, die Verbindungselemente aus verzinktem Stahlblech. Bei der Fertigung des Dreibeins half mir freundlicherweise Herr Guggenmos, der Haustechniker unserer Hochschule.

Teil IV: First Light

Ihr First Light sollte die ALSK am 14.12.2007 an den Geminiden haben, doch es war komplett bewölkt. Auch die Beobachtung der Perseiden am 12.8.2008 und der Quadrantiden am 2./3.1.2009 fielen dem Wetter zum Opfer, so dass das First Light lange werten musste.
Am 20. Mai 2009 war es dann so weit: es war drei Tage vor Neumond und am nächste Tag war Feiertag. So fuhr ich trotz nicht optimalem Himmel zu Matthias Knülle hinaus. Wegen der leichten Wolkenschleier war klar, dass wir nur Testaufnahmen machen würden. Die Wiese hinter seinem Haus erwies sich leider als zu feucht: der Spiegel taute sofort an. So stellten wir die ALSK auf einem Holzstapel in der Nähe des Hauses auf.

Objekt Sommernachthimmel

Aufnahmeort:       Loitersdorf/Niederbayern
Datum:                     20.5.2009
Uhrzeit:                   23:26 MESZ
Optik:                       All-Sky-Kamera ALSK mit Sigma 2.8/18-50mm
Brennweite:           4,6 mm effektiv
Blende:                     2.8
Kamera:                   Canon EOS 20Da
Format:                    22,5 x 15 mm
Empfindlichkeit:  3200 ISO
Filter:                     –
Belichtungszeit: 30 Sek.
Programme:  Fitswork 3.49, Photoshop

Teil V: Von der Zenitperspektive zur Polarperspektive

Während eines Regentages stellte ich mir mit Matthias Knülle die Frage, ob die ALSK auch für tief belichtete Deep-Sky-Aufnahmen, z. B. für Himmelspanoramen, einsetzbar ist.
Das folgende Bild zeigt die Überlagerung zweier Bilder in Zenitperspektive im Abstand von 2 Stunden. Die beiden rot markierten Sterne wurden als Ankerpunkte genommen. Es ist deutlich zu erkennen, dass alle Sterne zwischen den beiden markierten nicht passgenau sind.

Das Problem besteht darin, dass eine ALSK normalerweise eben auf den Boden gestellt wird und die Kamera exakt aus dem Zenit auf den Kugelspiegel ausgerichtet ist. Dies nenne ich im Folgenden die Zenitperspektive.

Der Sternenhimmel rotiert aber um den Himmelsnordpol, der um den Winkel 90° – ß zur optischen Achse der Kamera geneigt ist. ß ist der Breitengrad des Beobachtungsortes, also z. B. 48° für München. Aus dieser Winkeldifferenz zwischen Rotationsachse und optischer Achse ergibt sich durch den sphärischen Spiegel der ALSK für alle Objekte außer dem Himmelsnordpol eine unterschiedliche optische Verzeichnung. Daraus folgt:

In Zenitperspektive aufgenommene Einzelbilder mit der ALSK können nicht passgenau überlagert werden!

Nun stelle man sich vor, die ALSK stünde am Nordpol. Dann zeigte ihre optische Achse, rückwärts verlängert, genau auf den Himmelsnordpol, der am Nordpol identisch mit dem Zenit ist. Der Sternenhimmel rotierte dann exakt um die optische Achse der Kamera. Durch eine genügend kurze Belichtungszeit können Strichspuren vermieden werden. Mit genügend Einzelbildern wäre es so möglich, ein relativ tief belichtetes Himmelspanorama von 360° x 180° zu erstellen. Außerhalb des Halbkugelspiegels der ALSK würde die Landschaft abgebildet; es entstünde ein kreisförmiges Bild, mit dem Horizont am Rand und der Landschaft außen herum. Das Bild entspräche perspektivisch in etwa dem eines Planetariumsprogramms wie oben. Die Überlagerung beliebig vieler nacheinander aufgenommener Einzelbilder ergäbe ein passgenaues Summenbild.

Nun berücksichtigen wir die Verhältnisse in Mitteleuropa: Dort könnte die gesamte ALSK, also Spiegel plus Kamera mit Dreibein, um den Winkel ß, entsprechend dem Breitengrad des Beobachtungsorts, zum Erdboden geneigt aufstellt werden: Wieder zeigt die optische Achse der Kamera rückwärts verlängert auf den Himmelsnordpol, wieder würde der Sternenhimmel um die optische Achse der Kamera rotieren.

Aber ein solch unpraktischer Aufbau ist ja gar nicht nötig, da meine ALSK ja einen Halbkugelspiegel hat. Damit kann die Kamera bis zu einem Winkel von 45° schräg auf den Spiegel ausgerichtet werden und immer noch wird die komplette Himmelshalbkugel abgebildet – wenn auch mit unterschiedlicher Verzeichnung am Ost- bzw. Westhorizont und am Nord- und am Südhorizont. Am Südhorizont fallen die Lichtstrahlen besonders schräg auf den Spiegel (siehe unten). Entsprechend geringer ist die Verzeichnung am Nordhorizont. Das entstehende Bild hat die Form einer Ellipse. Diese Betriebsweise der ALSK nenne ich nachfolgend Polarperspektive. Am Nordpol fallen natürlich Zenit- und Polarperspektive zusammen.

Nachfolgend die Berechnung der polarperspektivisch betriebenen ALSK für einen Beobachtungsort auf dem 48. Breitengrad (München):

Die neue Höhe h der Kamera errechnet sich mit sin ß * hK = sin 48° * 1,75 m = 1,30 m. Die Berechnung des Abstands r erübrigt bei Anwendung der unten beschriebenen Aufbaumethode.

Die Justage der Polachse erfolgte mit einem Manfrotto-Fotostativ. Hierbei sitzt die Kamera auf einem Sechskant-Schwalbenschwanz, so dass sie definiert um 180° gedreht werden kann. Nachfolgend die Aufbaumethode in Stichworten:

  1. Aufbau des Fotostativs auf dem Boden so, dass der Schwenkkopf bei 10 cm ausgedrehter Säule mindestens 130 cm Höhe erreicht
  2. Nivellierung des Schwenkkopfs mit den beiden Wasserwaagen
  3. Ausrichtung der EOS 20Da mit dem mittleren Autofokusfeld auf den Polarstern
  4. Exakte Mittenausrichtung des Polarsterns im Life-Focus-Modus
  5. Belichtung eines Fotos der Polarsternregion mit etwa 30 Sek, so dass auch die Sterne rund um Polaris sichtbar werden
  6. Feineinstellung der Kamera von Polaris weg auf Himmels-Nord anhand einer Sternkarte der
  7. Überprüfung durch eine längere Belichtung: Zentrum der Strichspuren muss mittig im Bildfeld liegen
  8. Vorsichtig alle Stativschrauben anziehen
  9. Vorsichtig Kamera mit Sechskant vom Schwalbenschwanz abbauen und um 180° gedreht wieder einbauen: Kamera schaut nun unter dem Winkel ß auf den Boden
  10. durch den Kamerasucher: Verschieben des Halbkugelspiegel auf dem Boden so, dass sich das Kameraobjektiv exakt in der Suchermitte, also in sich selbst spiegelt – da der Spiegel halbkugelig geformt ist, spielt es keine Rolle, ob er auf ebenem Boden liegt
  11. Starten der Belichtungssequenz

Für mein erstes ALSK-Himmelspanorama wählte ich mit der Canon EOS 20Da bei maximaler Empfindlichkeit von 3200 ISO eine Belichtungszeit von 30 Sekunden. Damit liegt die Rotationsunschärfe eines Sterns am Horizont theoretisch unter 3 Pixeln. Zwischen den Aufnahmen wurden ebenso lange Belichtungspausen zum Abkühlen der Kamera programmiert. Das Summenbild besteht aus 24 Belichtungen mit einer Gesamtbelichtungszeit von 12 Minuten. Durch die schräge Aufsicht auf den Kugelspiegel ergibt sich eine elliptische Verzeichnung des Himmels wie bei einer drehbaren Sternkarte. Die noch erkennbare Unschärfe der Sterne führe ich auf die nicht perfekte Polachsenjustierung und auf Ungleichmäßigkeiten des Kugelspiegels zurück.

Teil V: Bau einer Spiegelheizung

Die ersten Versuche mit der ALSK hatten gezeigt, dass der große Kunststoffspiegel, auf dem Boden liegend, sehr anfällig gegen Beschlagen ist.
Daher baute ich eine Spiegelheizung. Diese besteht aus einer 25W-Glühbirne im Innern des Halbkugelspiegels. Die Innenschale des Spiegels wurde schwarz gestrichen, so dass das Licht der Birne in Wärme umgesetzt wird.

Am 3. Januar 2010 beobachteten Matthias Knülle und ich in Loitersdorf die Quadrantiden. Hierbei hatte die ALSK ihr Second Light mit der Spiegelheizung. Die war bei -10° C auch nötig: Innerhalb kurzer Zeit hatten sich kleine Eiskristalle auf dem Spiegel abgesetzt. 5 Minuten nach Einschalten der Spiegelheizung waren sie verschwunden.
Die visuelle Quadrantiden-Beobachtung wurde leider ein Reinfall:
Zwischen 18:30 Uhr und 20:30 Uhr MEZ sichteten wir nur drei Meteore, davon einen sporadischen. Ständig zogen Wolken durch und die zahlreichen Scheinwerfer am Ortsrand störten sehr. Immerhin gingen der ALSK – außer unzähligen Flugzeugen – zwei hellere Meteore und ein Iridiumflare, der genau durch den Andromedanebel zog, „ins Netz“:

Iridiumflare

Objekt: Quadrantid
Sternbild: Pegasus / Fische
Aufnahmeort:       Loitersdorf
Datum:                    3.1.2010
Uhrzeit:                    N.N.
Optik:                        All-Sky-Kamera ALSKmit Sigma 2.8/18-50mm
Brennweite:            4,6 mm effektiv
Blende:                      2.8
Kamera:                    Canon EOS 20Da
Empfindlichkeit:   3200 ISO
Filter:                          –
Belichtungszeit:   1 Min.

Damit ist das Projekt ALSK erfolgreich abgeschlossen und die All-SkyKamera in Betrieb genommen.
Nachfolgend die Vor- und Nachteile einer All-Sky-Kamera mit Halbkugelspiegel gegenüber einem Fischaugenobjektiv:

Vorteile:

  • Preisgünstiger Selbstbau möglich
  • Variabler Bildausschnitt möglich von All-Sky bis Ausschnitt
  • Hohe Lichtstärke (= Lichtstärke des Objektivs)
  • Mit verschiedenen Kamerasystemen betreibbar
  • Unempfindlich gegen Beschlag (mit Spiegelheizung)

Nachteile:

  • Obstruktion durch Kamera und Dreibein
  • Umständlicher Aufbau, großes Transportvolumen
  • Keine nachgeführten Aufnahmen möglich
  • Mit Spiegelheizung abhängig von der Nähe einer Steckdose

Quellen: – E. Hecht: „Optik“; Oldenbourg Verlag, München 2005
                     http://slansky.userweb.mwn.de/bereiche/astronomie/aufnahmetechniken/aufnahmetechniken10a.html

Autor: Peter C. Slansky, 18.1.2010

fokusierlehre

Die Fokussierlehre/Messlehre
Bei der Tagbeobachtung der Planeten ist es wichtig, das Teleskop zuvor scharf einzustellen. Das Planetenscheibchen ist sonst sehr groß und von der Leuchtkraft entsprechend schwach. Das Auffinden ist so sehr schwierig. Da man aber keinen Anhaltspunkt für die Scharfeinstellung hat, Bäume und Häuser der Umgebung sind nicht weit genug entfernt, habe ich mir eine Lehre gefertigt, die zwischen dem Okularauszug und Okularklemmring gehalten wird. Ich drehe den Okularauszug soweit ein, bis die Lehre genau dazwischen passt. Der untere Bereich der Lehre ist für ein Zenitprisma mit Okular.

Autor: Hubert Hermelingmeier

Staubschutzkappe

2″-Staubschutzkappe
Als Staubschutzkappe für einen 2″-OKZ-Anschluss eignet sich eine Abschlusskappe für ein DN50 HT-Abflussrohr. Bei Bedarf kann der Durchmesser noch mit etwas Klebeband vergrößert werden.

Autor: Hubert Hermelingmeier